Vereinsausflug ins Jura 2025

Vereinsreise 5x Beringen

Von Zügen, Gämse, grünem Zaubertrank& Teer

Früh, sehr früh. Um Punkt 06:30 Uhr traf sich unsere gut gelaunte Truppe von 5x Beringen am Bahnhof Beringen zur alljährlichen Vereinsreise. Der Tag war jung, die Gesichter noch leicht verschlafen aber die Vorfreude gross.

Schon in Schaffhausen war Schluss mit Pünktlichkeit. Der Grund? Ein deutscher Zug auf Schweizer Schienen. Offenbar hatte er sich verfahren oder fühlte sich einfach heimlich zum SBB-Netz hingezogen. Jedenfalls, leichte Verspätung. Aber was soll’s, wir nahmen’s mit Humor.

Die Reise ging weiter über Zürich und Neuchâtel bis Couvet, wo bereits ein Bus auf uns wartete. Ziel, der Startpunkt unserer Wanderung zum legendären Creux du Van. In der Mitte der Wanderung um Punkt 12, wie es sich für eine vernünftige Schweizer Gruppe gehört, gab’s einen Boxenstopp im Restaurant. Leider hatte das Servicepersonal ein sehr entspanntes Zeitgefühl. Wir hungrig, die Bedienung langsam, eine gefährliche Kombination. Aber irgendwie überlebten wir’s.

Gut gestärkt wanderten wir hoch zum Creux du Van, einem der spektakulärsten Naturwunder der Schweiz. Und tatsächlich, wir sahen Gämse! (Oder waren’s doch Mitglieder vom Verein, die schon vorausgelaufen waren?) Jedenfalls war der Ausblick atemberaubend und auch das Wetter spielte mit.

Zurück in Couvet, kurzer Boxenstopp im Hotel zur Erfrischung, dann ging’s zum nächsten Programmpunkt: Absinthverkostung. Der Brennmeister war eine Mischung aus charmantem Chaos und sprachlichem Abenteuer, irgendwo zwischen Französisch, Deutsch und Maschinengewehrtempo. Viel verstanden haben wir nicht, aber immerhin hatte er uns immer im Blick, wohl auch aus Selbstschutz.

Absinth, das Getränk der Dichter, Denker und Wahnsinnigen. Geschmeckt hat’s nicht allen, probiert haben’s alle. Tapfer!

Nach dieser geistigen (und geistvollen) Erfahrung ging’s zurück ins Hotel zum Znacht, gefolgt von einer gemütlichen Spielrunde mit Karten, die sich bis in die späten Stunden zog.

Tag 2: Glitschige Gänge & Asphalt-Schinken

Der zweite Tag startete gemütlich mit Frühstück um 08:00 Uhr. Keine Verspätung, kein deutscher Zug in Sicht, alles bestens. Mit dem Zug ging es eine Station weiter zur Asphaltmine, wo uns ein ausgesprochen verständlicher Guide durch 1000 Meter Fels führte. Beeindruckend, die Gesteinsschichten, das riesige Stollensystem und vor allem, dass alle wieder lebendig rauskamen. Laut Guide sei das nicht selbstverständlich. Beruhigend.

Zum Abschluss der Führung gab’s noch eine kulinarische Besonderheit: Schinken, gekocht in heißem Asphalt. Klingt wie ein Bauarbeiterfrühstück, schmeckte aber erstaunlich gut. Und wer danach noch stehen konnte, durfte sich auf das nächste Highlight freuen, die Wanderung durch die Areuseschlucht.

Allerdings: Der Wetterbericht meinte es nicht gut. Daher stieg der Großteil der Gruppe erst ab der Mitte der Schlucht ein, vier Mutige wagten sich durch die ganze, teils rutschige Strecke. Respekt!

Am Ende der Schlucht, in Boudry, wartete dann die wohlverdiente Belohnung, ein kaltes Bier in einem heimeligen Kiosk. Der perfekte Abschluss.

Merci, Philippe!

Überpünktlich (ja, wirklich!) um 20:00 Uhr waren wir wieder zurück in Beringen voller Eindrücke, leicht müde und rundum zufrieden.

Ein riesiges Dankeschön an unseren Organisator Philippe Rüfli, der uns mit dieser Reise eine würdige „Dernière“ seines Reiseleitungskapitels beschert hat. Lieber Philippe, Mission erfüllt!